Realschulabschluss - und was dann?

Schüler/innen mit einem Realschulabschluss stehen viele Wege offen. Allerdings spielen die Noten des Abschlusszeugnisses eine wichtige Rolle und sollten daher nicht leichtfertig unterschätzt werden.

1. Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Schüler/innen, die sich um eine Lehrstelle bewerben möchten, sollten rechtzeitig ihre Bewerbungsunterlagen zusammenstellen und eine vollständige schriftliche Bewerbung an die Betriebe schicken. Auf sie kommen im Laufe der Zeit Eingangstests und Vorstellungsgespräche zu, auf die sie sich gründlich vorbereiten sollten. Zur Vorbereitung sollten die vorhandenen Beratungsangebote genutzt werden. Mündliche Zusagen über mögliche Lehrstellen immer bestätigen lassen, am besten gleich durch einen Ausbildungsvertrag.

2. Wechsel zur Fachoberschule

(zweijährig, Abschluss: Fachabitur)

Um eine Fachoberschule besuchen zu können, müssen in mindestens zwei der drei Hauptfächer befriedigende Leistungen vorliegen, das dritte Hauptfach darf nicht schlechter als ausreichend sein. Der Durchschnitt der übrigen Fächer sollte mindestens befriedigend sein. Die genauen Zulassungsbestimmungen müssen direkt bei der aufnehmenden Schule nachgefragt werden und können (je nach Fachrichtung) variieren. Die bestehenden Fristen zur Anmeldung müssen beachtet werden!

3. Wechsel zum Beruflichen Gymnasium oder zu gymnasialen Oberstufe

(dreijährig, Abschluss: Abitur)

Die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch und ein naturwissenschaftliches Fach (Biologie/Chemie/Physik) müssen in Abschlusszeugnissen einen Durchschnitt von besser als befriedigend (3,0) aufweisen. Die übrigen Fächer müssen ebenfalls einen Durchschnitt von besser als befriedigend (3,0) ergeben. Die Klassenkonferenz muss darüber entscheiden, ob die bisherige Lernentwicklung, die Arbeitshaltung und der derzeitige Leistungstand eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in der Oberstufe erwarten lassen.

Egal für welchen Weg man sich entscheidet:

Es ist wichtig, sich frühzeitig um die Planung zu kümmern und über die bestehenden Termine und Bewerbungsfristen zu informieren, damit man keine Abgabetermine versäumt. Außerdem kann es sinnvoll sein, sich um mehrere Alternativen zu bemühen.

Realschulabschluss

Die Schüler/innen der Realschule nehmen in der Klasse 10 an einem Abschlussverfahren teil.

Die Prüfung zum mittleren Abschluss (Realschulabschluss) besteht aus zwei Teilen:

  • zentrale Abschlussarbeiten in den Fächern Deutsch, Mathematik und der ersten Fremdsprache
  • eine Präsentation auf der Grundlage einer Hausarbeit in einem vierten Fach

Realschulabschluss:

Der mittlere Abschluss (Realschulabschluss) wird zuerkannt, wenn die Gesamtleistung 4,4 oder besser ist. Zusätzlich müssen die Versetzungsbestimmungen erfüllt werden.

Qualifizierende Realschulabschluss:

Der qualifizierende Realschulabschluss wird zuerkannt, wenn die Voraussetzungen für den Realschulabschluss erfüllt sind. Zudem muss die aus den Endnoten berechnende Durchschnittsnote in den Fächern Deutsch, Mathematik, erste Fremdsprach und einer Naturwissenschaft sowie in den übrigen Fächern gleichfalls jeweils besser als befriedigend sein und die Lernentwicklung, der Leistungsstand und die Arbeitshaltung der Schülerin oder des Schülers eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht in der gymnasialen Oberstufe oder dem beruflichen Gymnasitum erwarten lassen.

Entscheidend für die Leistungsbeurteilung (Gesamtleistung - Berechnung) am Ende der 10. Klasse ist nicht allein das Abschneiden im Abschlussverfahren. Besonderes Gewicht haben die im Unterricht erbrachten Leistungen.

Leistungen im Unterricht + Präsentation auf der Grundlage einer Hausarbeit + Zentrale Abschlussarbeit = Gesamtleistung

(Quelle: Hessisches Kultusministerium)